Eine Reise in das Herz von Afrika

Familie Lässer bei der Wanderung im Regenwald
Familie Lässer bei der Wanderung im Regenwald

Am 21. November machten wir uns als  20-köpfige Pilgergruppe auf zu einer Reise nach Ruanda – das Land der tausend Hügel. Es war eine sehr gesegnete Woche voller Eindrücke, Erlebnisse, Begegnungen und Gespräche, die uns allen wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wir waren beeindruckt von der Landschaft, der Herzlichkeit der Menschen, der Armut auf der einen sowie den vielen Innovationen und Reichtum auf der anderen Seite.

 

Unsere Programmpunkte waren unter anderem Besuch von Radio Maria Kigali, Mutter-Theresa Schwestern, Bischof Eduard am Lake Kivu, der Regenwald und natürlich Kibeho. 

Die hervorragende Organisation der Reise durch Jean Paul Kayihura und Diakon Michael Wielath sowie die geistige Begleitung durch Pastor Peter Meyer machten die Woche für uns rundum perfekt. Ein herzliches Dankeschön dafür!

Jedes Jahr im Mai werden im Rahmen des „Mariathons“ Spenden für den Auf- und Ausbau von Radio Maria Stationen weltweit gesammelt, um die frohe Botschaft auch in anderen Ländern zu verkünden. Wie wichtig dies gerade in einem Land wie Ruanda ist, konnten wir alle regelrecht spüren.  In der Zeit von April – Juli 1994 fand ein schrecklicher Völkermord statt, bei dem rund 800.000 Menschen ihr Leben lassen mussten. Alleine in Kibeho, dem Marienerscheinungsort wurden 20.000 Menschen, die Zuflucht bei der Mutter Gottes gesucht hatten, auf bestialische Art getötet. An einem Ort, an dem 12 Jahre zuvor die Gottesmutter verkündet hat: „Wenn wir nicht umkehren, wird großes Leid über die Menschen kommen.“ Das Thema für die Exerzitien, die Pastor Peter Meyer für uns und für 10 afrikanische Länder hielt, war „Vergebung“.  

Opfer und Täter des Genozids
Opfer und Täter des Genozids

 

In Ruanda sind so viele Überlebende, Opfer sowie Täter, nach wie vor stark traumatisiert. Wir durften bei Pater Jean-Pierre einen Ort der Vergebung besuchen, wo nach mehrmonatiger Betreuung beide Gruppen zusammengebracht werden. Die einen um Verzeihung zu bitten, die anderen um zu verzeihen.  Eine Frau, deren ganze Familie von einem Mann getötet wurde, sie selber auch nicht nur innerliche Narben davongezogen hat, konnte nun neben ebendiesem Mann stehen. Zu sehen, dass sie ihm verziehen hat und mit ihm gemeinsam beten kann, hat jeden von uns zu tiefst bewegt.

 

Pater Jean-Pierre ist Prior des Salesianerklosters in Butare und neben dem Ort der Vergebung kümmert er sich um viele arme Familien die in Dörfern rund um sein Kloster leben. Vor 4 Jahren war bereits Eckarts Schwester Maria bei Jean-Pierre und seitdem unterstützt unsere Familie seine Projekte. Es war sehr ergreifend zu sehen, was mit unserem Geld vor Ort alles geschehen konnte.

 

Anke bei der Großmutter, deren Hausbau durch unsere Spenden finanziert wurde
Anke bei der Großmutter, deren Hausbau durch unsere Spenden finanziert wurde

Für 3.000 Euro konnte ein Haus für eine Großmutter mit Ihren 4 Töchtern und 9 Enkelkinder gebaut werden, in dem nun jede Familie Ihren eigenen Eingang und Wohnbereich hat. Die Großmutter war voller Dankbarkeit. Sie meinte Sie sei zwar sehr arm, aber nicht so arm, dass Sie nicht für uns beten kann.

 

Vielen weiteren Familien konnte man Reichtum in Form von einer Ziege (Kostenpunkt 3€ in Ruanda), Reis und Seife schenken und auch die Ärmsten der Armen, die verstoßenen Albinos werden von Jean-Pierre betreut.

 

Pater Jean-Pierres neuestes Projekt ist der Bau einer vollausgestatteten Palliativstation mit 40 Betten. Kosten für dieses Projekt rund 350.000 Euro. Falls Sie mehr dazu erfahren möchten, können Sie uns gerne kontaktieren. Wir freuen uns Ihnen von Ruanda und Jean-Pierre erzählen zu dürfen.