Das Gebet ist keine Magie, sondern bestehe darin, sich der Umarmung des Vaters anzuvertrauen

 


Papst Franziskus über das Vaterunser, das Jesus seine Jünger im Evangelium vom Tag lehrt (Mt 6,7-15): Jesus gebe dabei sofort einen Rat für unser Gebet: „Vergeudet keine Worte, macht keinen Lärm, den Lärm der Weltlichkeit, den Lärm der Eitelkeit“. Mit dem Gebet werde keine Magie betrieben, so Franziskus: „Jemand erzählt mir: wenn einer zu einem ‚Hexer’ geht, so sagen sie ihm viele Worte, um ihn zu heilen. Doch das ist heidnisch“. Jesus lehre uns, „dass wir nicht plappernd zu ihm gehen sollen“ denn: „euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet“ (vgl. Mt 6,8).

Das erste Wort des Gebets sei „Vater“, das „Schlüsselwort“ des Gebets. Ohne dieses Wort zu sagen und im Innern zu verspüren, könne man nicht beten: „Zum wem bete ich? Zu Gott, dem Allmächtigen? Zu weit weg. Ah, das spüre ich nicht. Auch Jesus spürte das nicht. Zu wem bete ich dann? Zum kosmischen Gott? Das ist heutzutage so ein wenig die Gewohnheit, nicht wahr?... Zum kosmischen Gott beten, nicht? Diese polytheistische Art und Weise, die mit dieser Kultur ‚light’ daherkommt... Du musst zum Vater beten! Das ist ein starkes Wort: ‚Vater’. Du musst zu dem beten, der dich geschaffen hat, der dir das Leben gegeben hat, dir. Nicht allen: ‚allen’ ist zu anonym. Dir! Mir! Und auch dem, der dich auf deinem Weg begleitet: er kennt sein ganzes Leben. Alles: was gut ist und was nicht so gut ist. Er kennt alles. Wenn wir das Gebet nicht mit diesem Wort beginnen, nicht einfach mit dem Mund gesagt, sondern mit dem Herzen, dann können wir nicht ‚auf Christlich’ beten“.

„Vater“, so Franziskus, „ist ein starkes Wort, das aber die Türen öffnet“. Im Augenblick des Opfers bemerke Isaak, dass etwas nicht stimme, da das Opfertier fehlte, doch er vertraue seinem Vater, und „er hat seine Besorgnis in das Herz seines Vaters geworfen“. „Vater“ sei dann das Wort jenes Sohnes, der mit seinem Erbteil fort ging und dann wieder nachhause zurückkehren wollte. Und jener Vater „sah ihn kommen und eilte ihm entgegen, er wirft sich ihm an den Hals, um aus Liebe auf ihn zu fallen“. „Vater, ich habe gesündigt“: dies sei der Schlüssel für jedes Gebet: „sich von einem Vater geliebt zu fühlen“.

„Wir haben einen Vater. Der extrem nahe ist, ja? Der uns umarmt... All diese Mühen und Sorgen, die wir haben können – lassen wir sie dem Vater: er weiß, was wir brauchen. ‚Was? Vater wer? Mein Vater?’ Nein: unser Vater! Weil ich kein Einzelkind bin, keiner von uns ist es, und wenn ich nicht Bruder sein kann, so wird es schwer sein, Kind dieses Vaters werden zu können, da er der Vater aller ist. Meiner, gewiss, aber auch der anderen, meiner Brüder. Und wenn ich nicht mit meinen Brüdern in Frieden bin, kann ich nicht ‚Vater’ zu ihm sagen“.

So erkläre sich die Tatsache, dass Jesus, nachdem er uns dass Vaterunser gelehrt habe, unterstreiche: „Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben“ (vgl. Mt 6,15). „Es ist so schwer, den anderen zu vergeben“, so der Papst, „wirklich schwer, weil wir immer diesen Groll in uns tragen und denken: ‚Der hat es mir gegeben, jetzt warte mal ein bisschen...’ um ihm dann den ‚Gefallen’ zurückzuerstatten“.

„Nein, nein, man kann nicht beten mit Feinden im Herzen, mit Brüdern und Feinden im Herzen kann man nicht beten“, beschloss Franziskus seine Betrachtungen: „Das ist schwierig. Ja, schwierig, leicht ist das nicht. ‚Pater, ich schaffe es nicht, Vater zu sagen, es gelingt mir nicht’. Das ist wahr: das verstehe ich. ‚Ich kann nicht sagen: Vater ›unser‹, weil der mir das und das und das angetan hat...’. Das geht nicht! ‚Die da sollen zur Hölle fahren, nicht? Die gehören nicht zu mir!’ Ja, es ist wirklich nicht leicht. Doch Jesus hat den Heiligen Geist verheißen: er ist es, der uns lehrt, von Innen her, aus dem Herzen heraus, wie man ‚Vater’ sagt und wie man ‚unser’ sagt.

Bitten wir heute den Heiligen Geist, dass er uns lehre, ‚Vater’ zu sagen, dass er uns lehre, Vater ‚unser’ sagen zu können, indem wir mit all unseren Feinden Frieden schließen“.

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